Medien

Zahnbehandlung: Narkose beim Kind ist letztes Mittel

LZKB proDente kind-narkose-03Brandenburgische Zahnärzte raten zu zeitiger Angstprophylaxe

Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke: Es gibt viele Gefahren für kleine Kinderzähne. Ohne gute Mundhygiene von Anfang an kann Karies die Folge sein. Dabei ist der erste Zahnarztbesuch unter Schmerzen besonders für die Kleinen eine schlimme Erfahrung.

In einigen Fällen bedarf es sogar der Anästhesie, damit der Zahnarzt den jungen Patienten überhaupt behandeln kann. Örtliche Betäubung, Hypnose oder Narkose – es gibt vielfältige Methoden. Doch nicht jede sollte bei der Behandlung von Kindern erste Wahl sein, wie die Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZÄKB) erklärt.

„Die Narkose – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen – darf nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Fakt ist: Jede Narkose stellt prinzipiell eine Komplikationsgefahr dar und aus diesem Grund muss sie in entsprechend eingerichteten Behandlungszimmern und durch einen ausgebildeten Facharzt für Anästhesiologie durchgeführt werden", erläutert der Präsident der LZÄKB, Dipl.-Stom. Jürgen Herbert.

Kinder lieber "verzaubern"

Sollte eine Schmerzausschaltung unbedingt notwendig sein, so rät der Zahnarzt zunächst zu anderen therapeutischen Möglichkeiten. „Hypnose ist ein Verfahren, bei dem sich der Körper entspannt, Puls und Atmung ruhiger werden. Dieses kann auch bei Kindern angewendet werden." Anders als Erwachsene können kleine Kinder sich noch nicht über einen längeren Zeitpunkt konzentrieren. Mit Hilfe kleiner Tricks, Geschichten oder Handpuppen lassen sie sich aber meist gut „verzaubern".

Grundsätzlich obliegt es dem Zahnarzt in Absprache mit den Eltern und interdisziplinären Experten, wie dem Anästhesisten, die richtige Behandlungsmöglichkeit zu finden. „An erster Stelle steht dabei die Aufklärung des Patienten sowie der Eltern über mögliche Risiken und die Abklärung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Eines muss dabei feststehen: Narkose kann und darf nur das letzte Mittel der Wahl sein", betont Jürgen Herbert.

Die beste Möglichkeit, derlei Eingriffen an einem Kind vorzubeugen, ist eine gute Mundhygiene sowie ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt. „Hierbei sind die Eltern gefragt. Je eher die Kinder an Zahnbürste und Zahnarztstuhl herangeführt werden, umso besser ist das für ihre zukünftige Mundgesundheit."

Hinweis:

Der ZahnRat 76 mit dem Titel „Keine Chance dem Angstmonster" thematisiert die Furcht vor dem Zahnarztbesuch und gibt Tipps, wie Erwachsene und Kinder mit der Panik umgehen können.

Hintergrund „Narkose":

Mit Hilfe der Narkose oder Allgemeinanästhesie wird das Bewusstsein beziehungsweise Schmerzempfinden des Patienten völlig ausgeschaltet. Das Ziel ist die Durchführung diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe. Im Unterschied dazu gibt es Lokal- und Regionalanästhesieverfahren. Hierbei erfolgt die Schmerzausschaltung über die Blockade von Nervenfasern nur einzelner Regionen des Körpers.

Eine Pressemitteilung der LZÄKB vom 18. Dezember 2012. Foto: proDent e. V.

Für Rückfragen:

Jana Zadow-Dorr
Tel. 0355/3 81 48 15
E-Mail