Thema: Kontrolle von Zahnarztrechnungen

GoldkroneGKV scheut Transparenz wie der Teufel das Weihwasser

Der Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) zur Forderung des GKV-Spitzenverbandes nach mehr Transparenz bei Zahnarzt-Rechnungen


vom 11. April 2012

Der Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) begrüßt die Forderung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) nach mehr Transparenz bei der Rechnungsstellung und fordert, dass die GKV den Worten nun aber auch Taten folgen lassen sollte. Seit Jahrzehnten verweigert die GKV ihren Versicherten die Offenlegung darüber, was die gesetzlichen Krankenkassen für die Leistungen bei Arzt und Zahnarzt im Behandlungsfall bezahlen.

Offene Rechnungslegung bei gesetzlichen Krankenkassen gefordert

Für den Präsidenten des BDIZ EDI, Christian Berger aus Kempten, hat die GKV ihren Transparenz-Gedanken nicht zu Ende gedacht. Bei der privatzahnärztlich erbrachten Leistung erhält der Patient eine Rechnung, die auf Heller und Pfennig einen genauen Aufschluss über die einzelnen Leistungen des Zahnarztes gibt. Anders bei Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. Hier weiß der Patient noch immer nicht, was seine Kasse für die Spritze oder die Zahnentfernung bezahlt. Die Mediziner und Zahnmediziner in Deutschland fordern seit Jahren die offene Rechnungslegung von den gesetzlichen Krankenkassen.

Der BDIZ EDI fordert die gesetzlichen Krankenkassen auf, ihren Versicherten endlich Aufschluss über die entstandenen Kosten zu geben. Berger: „Die Versicherten wissen zwar, was der Einbau des Auspuffs an ihrem Auto kostet, sollen aber nicht erfahren, wie viel der Zahnarzt für das Verabreichen einer lokalen Betäubung und das Ziehen des Zahnes von der gesetzlichen Krankenkasse erhält."

Nach dem Bewertungsmaßstab für Zahnärzte (BEMA), der in einem komplizierten Punktwertsystem die Leistungen bewertet, erhält der Zahnarzt in Bayern für die Verabreichung der „Spritze" beispielsweise von der DAK sage und schreibe 7,64 Euro! Das Entfernen eines Backenzahnes einschließlich Wundversorgung schlägt mit 14,33 Euro zu Buche, eine Füllung kostet je nach Größe zwischen 27,94 und 42,79 Euro.

Durch Festzuschüsse tatsächlich weniger Kosten für Kassen

Berger hält die Forderung des GKV-Spitzenverbandes nach mehr Transparenz für scheinheilig. „Die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen für zahnärztliche Leistungen sind in den vergangenen Jahren nicht etwa gestiegen, sondern gesunken." Durch die Festzuschüsse geben die Kassen deutlich weniger pro Krone aus als vor Jahren oder Jahrzehnten. Die Mehrkosten trägt tatsächlich der Patient. Wie bei Brillen und anderen Hilfsmitteln sparen die Kassen auch bei den Zuschüssen für Zahnersatz –, damit die Beiträge für die teure Intensiv-Medizin reichen.

Statistisch nachweisbar sinkt deshalb der Anteil der Zahnmedizin einschließlich Zahnersatz an den gesamten GKV-finanzierten Gesundheitsleistungen seit 20 Jahren kontinuierlich: Von über elf Prozent im Jahr 1992 auf 8,5 im Jahr 2002. Laut dem statistischen Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung lag im Jahr 2009 der Anteil nur noch bei knapp sieben Prozent – mit weiterem Abwärtstrend. „Diese Information gibt die GKV leider nicht an ihre Versicherten weiter, dabei zeigen die Zahlen natürlich ganz klar, dass die Kassen für zahnärztliche Leistungen heute weniger Geld ausgeben als vor Jahren und Jahrzehnten!"

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI)

(Foto: proDente e. V.)