Ohne Parodontologie geht fast nichts mehr

Zahnaerztetag 2012 362Rund 1.500 Teilnehmer besuchten den 22. Brandenburgischen Zahnärztetag in Cottbus. Das war wieder einmal ein Rekord. Doch warum haben die Zahnärzte und deren Praxismitarbeiter das Thema Parodontologie so gut angenommen?

Die Menschen bleiben länger jung im Sinne von geistiger und körperlicher Fitness. Dabei behalten sie auch immer mehr ihre eigenen Zähne.

Im Gegenzug bedeutet dies jedoch, dass immer mehr Patienten mit Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen behandelt werden müssen. Nach der zur Zeit aktuellen Statistik sind in der Altersgruppe der 35-44-jährigen Erwachsenen 52,7 Prozent an einer mittelschweren und 20,5 Prozent an einer schweren Parodontitis erkrankt.

Im hohen Alter kommt dazu, dass die Mundhygiene aufgrund der Bewegungseinschränkungen nicht mehr so gut funktioniert, was ebenso zu Zahnfleischentzündungen führt. In der Gruppe der 65-74-Jährigen stieg deshalb die Häufigkeit weiter auf 48,0 Prozent für eine mittelschwere und 39,8 Prozent für eine schwere Parodontitis an.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Hoffmann aus Dresden erfuhren die Teilnehmer – Zahnärzte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Zahntechniker – mehr über die derzeit möglichen Parodontitisbehandlungen, über Tendenzen in der Wissenschaft, aber auch über Zusammenhänge zwischen der Krankheit im Mund und Krankheiten im restlichen Körper. Eine Dresdner Arbeitsgruppe, an der Prof. Hoffmann maßgeblich beteiligt war, war die Erste in Deutschland, die hierzu Ergebnisse international publizieren konnte.

Speziell bei den Vorträgen für die Praxismitarbeiter geht es darum, wie die entsprechenden Instrumente zu pflegen und zu warten sind und welche Erfahrungen es mit den neuesten Entwicklungen der Dentalindustrie gibt.

Die Dentalindustrie hatte in der begleitenden Dentalausstellung wie immer die Möglichkeit, ihre neuesten Produkte vorzustellen. Gern wird dieser Zahnärztetag zudem zur Kontaktpflege genutzt. Insgesamt gab es 66 Aussteller, darunter die beiden zahnärztlichen Körperschaften LZÄKB und KZVLB, das gemeinsame Fortbildungsinstitut der Kammern Berlin und Brandenburg "Philipp-Pfaff" Berlin und das Versorgungswerk der ZÄK Berlin, dem die Zahnärzte des Landes Brandenburg angeschlossen sind.

Foto: Michael Helbig --> mehr Fotos in der Fotogalerie