Prophylaxepass für Mutter & Kind

LZKB Prophylaxepass Mutter Kind 2012

Seit 2006 ist er über die brandenburgischen Frauenarztpraxen gemeinsam mit dem Mutterpass erhältlich: der Prophylaxepass speziell für Schwangere, junge Mütter und ihre Babys.

Auch wenn der Ort der Verteilung auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmuten mag: Die Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZÄKB) verfolgt mit diesem Pass zwei wichtige Ziele. Zum einen ist für die werdende Mutter der Schutz der Zahngesundheit besonders wichtig – er wird durch die Dokumentation im neuen Prophylaxepass gesichert. Darüber hinaus erhält das Kind durch diesen Service schon vor der Geburt die bestmögliche Vorsorge.

Dipl.-Stom. Bettina Suchan, Vorstandsmitglied der LZÄKB und Beauftragte für Prävention, erklärt zur Initiative der brandenburgischen Zahnärzte: „Der neu entwickelte 'Zahnärztliche Prophylaxe-Pass für Mutter & Kind' ist in jeder gynäkologischen Praxis des Landes Brandenburg erhältlich. Er wird dort an jede Schwangere gemeinsam mit dem Mütter-Pass ausgegeben. Damit soll die werdende Mutter zu einer optimalen Mundgesundheit während der Schwangerschaft angehalten werden. Außerdem trägt der Pass dazu bei, die Zahngesundheit der Kinder von Anfang an zu kontrollieren.“

Dieser Service, so die Präventionsbeauftragte, sei nur möglich, weil die Gynäkologen des Landes mit im Boot sind: „Wir sind sehr froh darüber, dass wir die Frauenärzte als Partner für diese aus zahnmedizinischer Sicht sehr wichtige Aktion gewinnen konnten. Die Pässe sind für die Zeit vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes gedacht. In unseren zahnärztlichen Praxen würden wir nie alle Schwangeren erreichen.“

Mit diesem Service reagiert die Kammer auf eine bislang noch zu wenig beachtete Tatsache: „Bereits während der Schwangerschaft hat die werdende Mutter großen Einfluss auf die Zahngesundheit ihres ungeborenen Kindes. Oft kennt sie jedoch nicht die Auswirkungen ihrer eigenen Mundgesundheit auf das Wohlergehen ihres Babys“, so Bettina Suchan. „Schwangere leiden sehr oft an entzündetem Zahnfleisch. Außerdem gibt es in dieser Zeit ein erhöhtes Kariesrisiko.“

Dass diese Probleme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind, zeigen die möglichen Auswirkungen einer Karies bei Schwangeren: „Hat die werdende Mutter kariöse Stellen an ihren Zähnen, so kann sie die kariesbildenden Bakterien über das Blut an das Baby übertragen“, warnt die Expertin. „Wissenschaftliche Untersuchungen stellten fest, dass das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt bei einer Schwangeren mit erkranktem Zahnfleisch siebenmal höher liegt als mit gesundem Zahnfleisch.“

Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Dokumentation in den neuen Prophylaxepässen können Probleme schnell erkannt und beseitigt werden, bevor die Gesundheit des Babys in Gefahr gerät.

 

Bildmaterial:

Eine druckfähige Abbildung des Prophylaxepasses erhalten Sie hier.

 

Pressestelle LZÄKB:

Jana Zadow-Dorr
Tel.: 0355 – 3 81 48 15
Fax: 0355 – 3 81 48 48
E-Mail: jzadow-dorr@lzkb.de

 

Hintergrund:

Während der Schwangerschaft sollte besonders auf gesunde Zähne geachtet werden. Sind die Zähne der werdenden Mutter beschädigt, kann sich das Zahnfleisch entzünden und erhöht sich damit das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt: Es liegt dann sieben Mal höher als bei gesundem Zahnfleisch.

Während der Schwangerschaft empfiehlt es sich daher, mindestens zweimal den Zahnarzt aufzusuchen, der dann sowohl das Zahnfleisch als auch die Zähne untersucht.