2. August: Update Coronavirus

In Zeiten der Sars-Cov-2-Pandemie entsteht für einige Zahnärzte eine Diskrepanz zwischen der Erfüllung des Behandlungsauftrages und der Fürsorgepflicht für die Arbeitnehmer. Folgende Ausführungen der Landeszahnärztekammer sollen hier eine Hilfestellung geben.

1. Behandlung von offensichtlich gesunden Patienten

Bei der zahnärztlichen Behandlung eines offensichtlich gesunden Patienten (also nicht Covid-bestätigt, nicht in Quarantäne und nicht anderweitig erkältungskrank) hat der Zahnarzt seiner Fürsorgepflicht genüge getan, wenn er die Basisschutzmaßnahmen einhält. Zu diesen gehören:

  • neben den üblichen Standardarbeitsanweisungen (SAA)
  • eine SAA für die Behandlung in Zeiten der Pandemie
  • die Anwendung der Schutzmittel Mund-Nasen-Schutzmaske, Schutzbrille und Schutzhandschuhe.

Wenn FFP2-Masken vorrätig sind, sollten diese bei Aerosolentwicklung zur Anwendung kommen. Nach Aussage der BGW und der Einschätzung von Arbeitsschutzexperten ist der Arbeitgeber bei der Einhaltung dieser Maßnahmen auf arbeitsrechtlich sicherer Seite.

2. Verdacht von Covid-19-Infektion im Praxisteam

Hat der Praxisinhaber den Verdacht, eine Mitarbeiterin könnte sich bei der Behandlungsassistenz trotz Einhaltung der Schutzmaßnahmen nach der TRBA 250 und den entsprechenden Empfehlungen des RKI eine Infektion mit dem Sars-Cov-2 Virus zugezogen haben, sollte zeitnah gehandelt werden. Ausreichend dabei ist bereits der Verdacht, eine gesicherte positive Diagnose ist nicht erforderlich. Das auch dann nicht, wenn keine 100-prozentige Sicherheit besteht, dass die Mitarbeiterin sich während der Behandlung und nicht anderweitig infiziert haben könnte.

Anders als bei der herkömmlichen Vorgehensweise wie beispielsweise bei Nadelstichverletzungen wird nicht der Durchgangsarzt konsultiert, sondern der behandelnde Hausarzt nach telefonischer Anmeldung. Dieser entscheidet über das weitere Vorgehen, auch über die Notwendigkeit einer Testung.

Unabhängig von möglichen Weisungen durch den Hausarzt und dem Gesundheitsamt, sollte der Praxisinhaber eine BK-Verdachtsmeldung (BK = Berufskrankheit) bei der BGW einreichen. Spätere arbeitsrechtliche Konsequenzen sind somit nicht zu befürchten und der Versicherungsschutz für die Mitarbeiterin bleibt erhalten.